13.12.2019: Eine gesunde Linde wird irrtümlich gefällt

Baumreste vor St.-Gallus-Str. 6 und 7
Baumreste vor St.-Gallus-Str. 6 und 7

Geschichte wiederholt sich: Genau wie 1975 - siehe den Beitrag in der Dokumentation "Der Platz auf der Lindenhöhe ...", Seite 102 - wurden am Freitag, dem 13.12.2019 ohne Ankündigung und Information gleich zwei Bäume gefällt: Eine schwedische Mehlbeere in der Dorfmitte St.-Walbertus-Straße/Ecke St.-Gallus-Straße gegenüber der Bushaltestelle (wegen Pilzbefalls lt. Aussage Grünflächenamt) und eine Linde in der St.-Gallus-Straße, Höhe Nr. 6 und 7. Eine Anwohnerin rief beim Grünflächenamt an und es stellte sich heraus, dass diese Linde fälschlicherweise gefällt wurde. Eine Verwechslung! Nicht nur die Straßen wurden von der ausführenden Firma verwechselt, sondern auch die Baumarten. Die Linde wurde im denkmalgeschützten Ortsbereich aus Versehen gefällt! Dankenswerterweise nimmt sich der Ortsbeirat diesem Vorgang an. Das Mindeste ist nun die Pflanzung einer neuen Linde in stattlicher Größe. Der Frage, warum im Ort niemand informiert wurde, wird der Ortsbeirat sicherlich auch nachgehen. Am 15.12.2019 lagen noch immer die Reste der gefällten Linde in der St.-Gallus-Str., ein Baumrest ragte nicht ganz ungefährlich in die Straße. Montags wurden diese Reste entfernt.

Fotos HGV: 13. und 15.12.2019

Nach der Baumfällung
Nach der Baumfällung

Gesehen am 27.12.2019 an dem traurigen Rest der Linde:
Zu fällen einen Baum, braucht's eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert. Eugen Roth

Die Kerze und das Gedicht zeigen, dass die Fällung der Linde die Igstadter berührt.

2017: Die gefällte 'Gallus-Linde' als 'Festlinde' bei der Lindenkerb im Juni 2017

Die Linde wurde zur 'Festlinde' bei der Lindenkerb, die 2017 in dem Kreuzungsbereich St.-Gallus-Str./Hauptstraße gefeiert wurde, da der Lindenplatz wegen der Baumaßnahmen für die Schulerweiterung gesperrt war. Wie in Erfahrung zu bringen war, wurde die Linde 1975 gepflanzt, dem Jahr der Ersatzbepflanzung auf dem Lindenplatz, dem Gründungsjahr der Kerbegesellschaft und dem Beginn der "Lindenkerb", die alljährlich im Juni gefeiert wird.

Die 'Wolfsheimer Linde'

Nicht vergessen werden darf die sog. 'Wolfsheimer Linde', die in der Florian-Geyer-Straße/Kreuzung Am Wiesenhang steht. Sie wurde der Familie Wolfsheimer gepflanzt. Wie im Dezember 2019 erzählt wurde, hatte der Zimmermann und Anwohner Emil Wolfsheimer eine Linde etwas weiter oberhalb gepflanzt, als der Siedlungsbau in der Florian-Geyer-Straße Ende der1920er Jahre abgeschlossen war oder aber, als das jüngste Kind, Sohn Werner, 1931 geboren wurde. Dieser Baum wurde gefällt, als neue Häuser gebaut wurden, so wird berichtet. Ob auch die heutige 'Wolfsheimer Linde' zu dieser Zeit gepflanzt wurde, war nicht in Erfahrung zu bringen. Der prächtige Baum mit der Doppelbank in seinem Schatten erfüllt alle Eigenschaften, die bereits Martin Luther der Linde zuschrieb:

"Denn unter der Linde pflegen wir zu trincken, tanzen, frölich seyn, nicht streiten noch ernsten, denn die Linde ist bey uns ein Friede- und Freudebaum." Ab den 1970er bis in die frühen 1990er Jahre war die Linde der Mittelpunkt des beliebten Siedlerfestes.

Das Igstadter Wappen