2017 Dokumentation: "Als der Krieg zu Ende war. Igstadt nach 1945 - Chancen und Schwierigkeiten eines Neubeginns."  Ausgezeichnet mit dem Hessischen Preis 'Flucht, Vertreibung, Eingliederung' am 15.09.2019

1945: Es war die Stunde Null, auch in Igstadt. Der Krieg war schon lange verloren, die Versprechung eines tausendjährigen Reiches ein grausamer Betrug, zahllose Männer waren auf den Schlachtfeldern zu Tode gekommen oder in der Kriegsgefangenschaft – und die siegreichen Amerikaner rollten in Jeeps und Panzern durch unser Dorf. Alles, was nach 1933 Gesetz wurde, war nun nichtig. Wie durchkommen, war die große Frage. (...) Im Herbst 1946 stand eine weitere große Herausforderung vor der Tür: Etwa 300 aus ihrer Heimat vertriebene Sudetendeutsche wurden dem kleinen 1000-Einwohnerdorf Igstadt einfach „zugewiesen“. Wo sollten sie wohnen und schlafen, woher etwas zum Essen bekommen? Natürlich gab es zunächst große Probleme, Widerstand, Verweigerung. Aber es fanden sich auch entschlossene Igstadter ein, die zugriffen. (...) Der HGV hat all diese Ereignisse in der vorliegenden Dokumentation beschrieben und hiermit erneut ein Stück Igstadter Ortsgeschichte vor dem Vergessen bewahrt.


136 Seiten, Bilderdruck, Hardcover, Verkaufspreis: 19,80 €

Erhältlich über den HGV, Ingrid Dahl, Am Wasserturm 24, Wi-Igstadt und im Buchhandel.Thorsten Reiß Verlag, Wiesbaden, 2017, ISBN-Nr. 978-3-928085-74-8

Inhalt

VORWORT

1. DAS ENDE

Der Bombenangriff in der Nacht vom 2. zum 3. Februar 1945 /Seite 9

Edgar Dauber erinnert sich: „Wir waren froh, dass es vorbei war.“ /Seite 13

2. DER NEUBEGINN

Die politische Entwicklung in Igstadt nach 1945 /16

Wahlen 1946–1956 /Seite 16

Bildung und Aufgaben der ersten Ortsbeiräte /Seite 18

Schatten der Vergangenheit / Seite 19

Der 28. März 1945 /Seite 19

Grundsätze der Nachkriegsordnung /Seite 21

Die „Mitteilungen“ für den Stadtkreis Wiesbaden /Seite 22

Das Namenverzeichnis der ehemaligen Mitglieder der NSDAP /Seite 24

Die „Entnazifizierung“ in Igstadt /Seite 26

Deutsche Wiedergutmachungspolitik – zwei kuriose Fälle in Igstadt /Seite 29

Gleich nach dem Krieg /Seite 32

Alte Belastungen und kleine Schritte zur Demokratie. Eine vorsichtige historische Rekonstruktion anhand einiger vergessener Dokumente aus Igstadt. /32

3. KEIN NEUBEGINN NACH 1945

Die traurige Gewissheit: „Gefallen“ /Seite 51

Die Ungewissheit der Nachkriegszeit: „Vermisst“ /Seite 54

Die Gedenktafeln am Igstadter Friedhof /Seite 60

Emil Göbel – ein Opfer der „Euthanasie“? /Seite 62

Kein Neubeginn für jüdische Mitbürger in Igstadt nach 1945 /Seite 64
Nach 71 Jahren: Die sichtbare Rückkehr der Erinnerung am 10. April 2016 /Seite 67

4. EIN SCHMERZHAFTER NEUBEGINN

Zwangsumsiedlung, Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg

unter besonderer Berücksichtigung der Deutschen aus der Tschechoslowakei /Seite 71

Die Ankunft /Seite 78

Die Transporte /Seite 78

Die Ankunftsbedingungen: Einwohner, Häuser, Straßen und ein kurzer

Blick auf die Igstadter Schule /Seite 80

Die Einwohner. Bevölkerungszahlen in Igstadt /Seite 80

Die Häuser /Seite 82

Die Straßen /seite 84

Die Einweisungen /Seite 87

Übersicht: Namen und Adressen /Seite 88

Flüchtling? Ausgebombt? Kinderreich? Zur Arbeit der Wohnungskommission /Seite 96

Die Folgen der Nachkriegsordnung: Weitere Zuzüge /Seite 98

5. KEIN ZURÜCK

Begriffsdefinitionen /Seite 101

Die sudetendeutsche Landsmannschaft, Ortsverband Igstadt /Seite 102

Die Sudetenstraße /Seite 109

Die neue katholische Gemeinde /Seite 111

Integration über die Liebe und die Vereine /Seite 113

Igstadt lebt und feiert und singt /Seite 115

6. ERINNERUNGEN: GESCHICHTEN ERZÄHLEN GESCHICHTE

Elfriede Dombo: „20 Minuten Zeit und 20 Kilometer lange Tagesmärsche“ /Seite 120

Anni Völker: „Mit elf Jahren habe ich beten gelernt.“ /Seite 123

Berthold Messner: „Ich bin kein Flüchtling, ich bin ein Vertriebener“ oder

„Igstadt im zweiten Anlauf“ /Seite 125

Unsere Hausleute – Adele und Karl Müller /Seite 127

Erinnerung an Adam Zuber, den Schuhmachermeister /Seite 128

RÜCKBLICK

Sollte man nicht lieber alles vergessen? /Seite 132

Ein Blick ins Buch: Die Themen

Das Igstadter Wappen