Der Rundwanderweg entlang der Gemarkung

„Von Kontinent zu Kontinent. Grenzen begehen, Grenzen überschreiten." Der Heimat- und Geschichtsverein Igstadt lädt ein, entlang der Gemarkungsgrenze zu wandern und vieles neu zu entdecken. Täler und Höhenrücken, Wiesen und Wald, fruchtbares Ackerland und Streuobstwiesen prägen die Landschaft rund um Igstadt. Bei einer Wanderung entlang der Gemarkungsgrenze erlebt man diesen Wechsel in der Landschaft, den Wechsel von Gesteinen und Böden und den Wechsel der Nutzung durch den Menschen. Auch die Grenze zweier ehemaliger Kontinente wird überschritten. Hätten Sie gewusst, dass sich die heutige Igstadter Gemarkung vor erdgeschichtlich langer Zeit einmal auf zwei verschiedenen Kontinenten befand? Durch die Plattentektonik wurden die beiden Urkontinente Gondwana und Laurussia miteinander verschweißt. Die Nahtstelle verläuft am südlichen Taunusrand und ein Stück weit durch das Wickerbachtal. Am Übergang vom Taunus zur Rheinebene vollziehen sich Veränderungen, die die Igstadter Gemarkung reizvoll und abwechslungsreich erscheinen lassen. Neben dem Wandererlebnis mit vielen schönen Aussichtspunkten trifft man auch auf Besonderheiten entlang der Gemarkungsgrenze. Dazu gehören das Brünnchen im Wäschbachtal, die steinzeitliche Fundstelle, die Brunnen der historischen Wasserversorgung, das Naturschutzgebiet Wickerbachtal, die Jägerquelle und die uralten Gesteine an der Kontinent/Kontinent-Grenze. Der Rundwanderweg wurde anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Heimat- und Geschichtsvereins Igstadt konzipiert und bei den Igstadter Kulturtagen 2017 erstmals vorgestellt. Er verläuft 18 Kilometer entlang der Gemarkungsgrenze und führt zum größten Teil über gut begehbare Feld- und Waldwege. Die Streckenführung vermeidet das Laufen entlang von Straßen, nur an wenigen Stellen wird die Fahrbahn überquert. Die Tour ist deshalb auch für Familien mit Kindern geeignet und kann an einem Tag begangen werden. Möglich sind natürlich auch mehrere Etappen. Der Gemarkungsrundweg ist nicht ausgeschildert und nicht durch Markierungen gekennzeichnet. Die Route und die Highlights sind in einem Faltblatt zusammengestellt, das auch in Igstadter Geschäften ausgelegt ist.

Grenzen begehen_2017.pdf
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Impressionen 03. September 2017:

Das "Börnsche" im Wäschbachtal

An dem Gemarkungswanderweg befindet sich auch das "Börnsche" im Wäschbachtal.

Der Brunnen wird im Stadtplan von Wiesbaden erstmals 1984 als "Quelle" erwähnt. Dies beruht darauf, dass in diesem Jahr die Quelle mit einer Abmauerung eingefasst wurde. Es gab sie jedoch schon immer und ein Zeitzeuge erinnert sich an die Nachkriegszeit, in der die Quelle von den Bauern, die im Wäschbachtal ihre Felder hatten, für einen erfrischenden Trunk genutzt wurde. Man ging zum "Börnsche" und da es in der Nähe keinen zweiten Brunnen oder Born gab, wusste jeder, welche Wasserstelle damit gemeint war. Der Brunnen als gefasste Quelle hat bis heute keinen offiziellen Namen. Warum hier am Übergang vom Hang zur Talaue des Wäschbachs eine Quelle entspringt, hängt mit den geologischen Verhältnissen zusammen. Der Hang baut sich aus Mergel (kalkhaltiger Ton) über feinen Sandschichten auf. Der Mergel ist so dicht, dass kaum Wasser in den Boden eindringen kann. Die Sandschichten hingegen sind wasserführend. An der Grenze zwischen beiden Schichten tritt das Wasser als Quelle aus dem Hang. Man spricht daher auch von von einer „Schichtquelle“.

Das "Börnsche" liegt an der Strecke des Gemarkungsrundweges des HGV, der in dem Faltblatt „Grenzen begehen - Grenzen überschreiten“ beschrieben wird.